Hallo Leisch!
 
 Wie Dir sicherlich bekannt ist, wurde kürzlich entdeckt, dass die Elektronen farbig sind. Da wie heutzutage jedes Kind bereits weiss, die Elektronen für den elektrischen Strom verantwortlich sind, ja man muss sagen, durch diese der elektrisch Stromfluss erst möglich wird, spricht man in diesem Zusammenhang auch von der Farbe des elektrischen Stromes. Zürst wurde diese Entdeckung von den Mitarbeitern eines durch ihre Werbung in Funk und Fernsehen bekannten Stromanbieters gemacht. Sie stellten fest, dass die von Ihrer Firma an die Kunden versendeten Elektronen eine gelbe Farbe hatten. Wenig später stellten die alternativen Energieversorger dann fest, dass die in Ihren Windkraft- und Solaranlagen verwendeten Elektronen eine grüne Farbe hatten. Wie nun bekannt wurde werden in Steinkohlekraftwerken schwarze und in Braunkohlekraftwerken braune Elektronen verwendet. Interessanterweise wurden bisher noch keine roten Elektronen gefunden. Durch die unermüdlichen Forschungsarbeiten an unserem LEERstuhl konnte jedoch ein erstes Indiz dafür gefunden werden, warum derartige Elektronen noch nicht beobachtet werden konnten. Bei den Forschungen, welche von mir geleitet wurden ging ich zu nächst von dem nach mir benannten Tomatenmodell aus.

 Tomaten sind bekanntlich auch sehr unterschiedlich, sowohl hinsichtlich ihres Geschmackes, als auch hinsichtlich ihrer Farbe. So sind zum Beispiel rote, gelbe, grüne und braune Tomaten bekannt. Grüne Tomaten gibt es zum Beispiel im Frühsommer, rote und gelbe Tomaten im Spätsommer bis Herbst. Braune Tomaten können zu unterschiedlichen Jahreszeiten auftreten. Natürlich haben alle diese unterschiedlichen Tomaten auch Gemeinsamkeiten. So zum Beispiel hinsichtlich Ihrer äusseren Form, ihrer biologischen Einordnung und der Form der Mutterpflanzen. Ein wesentlicher Unterschied der Tomaten besteht neben ihrem Geschmack auch in ihrer doch sehr unterschiedlichen Wirkung beim Verzehr. Bei grünen und braunen Tomaten kann diese in gewisser Hinsicht sogar umwerfend oder durchschlagend sein.

 Die Frage, welche sich nach durch Betrachtung des Tomatenmodells stellte, war, ob und wie sich die unterschiedlichen Farben des konsumierten Stromes durch den Verbraucher auf diesen auswirken würden.

 Wir fanden dabei heraus, dass die bisherigen Aussagen der Demoskopen über das zu erwartende Verhalten der Wähler, bisher mehr oder weniger auf glücklichen Zufällen beruhte. Es stellte sich heraus, dass die vom Wähler bevorzugte Partei direkt von der Farbe, des durch ihn konsumierten Stromes abhängig ist. So wird zum Beispiel jemand, der überwieged grünen Strom konsumiert, die Grünen wählen, jemand, der überwiegend schwarzen Strom konsumiert die CDU bzw. die CSU und so weiter.

 Da in Ostdeustschland immer noch ein recht grosser Teil des elektrischen Stromes in Braunkohlekraftwerken gewonnen wird, er- klärt sich damit die zum Teil hohe Zustimmung zu rechten Parteien, wie zum Beispiel zur DVU. Natürlich haben wir uns gefragt, ob es nach diesen Erkenntissen nicht auch roten Strom geben müsste. Der rote Strom kommt offenbar sehr selten vor, was man schon daran erkennen kann, das er trotz der in der letzten Zeit gewaltigen Fortschritte der wissenschaftlichen Erforschung der Farbe des elektrischen Stromes bisher keine roten Elektronen gefunden werden konnten. Die Misserfolge der SPD bei den letzten Landtagswahlen und Kommunalwahlen, welche besonders im Osten sehr verheerend waren lassen sich also dadurch erklären, dass es sehr wenig rote Elektronen gibt. Damit wird auch sehr wenig roter Strom von den Verbrauchern konsumiert und als Folge davon gibt es wenig Zustimmung zu dieser Partei.
 Allerdings ist es uns im Rahmen unserer Untersuchungen gelungen, nun auch die Existenz von roten Elektronen und dadurch auch rotem Strom nachzuweisen.

 In mehreren Gebäuden unserer Universität wurde vor einiger Zeit ein zweites paralleles und unabhängiges Energieversorgungsnetz installiert. Dieses Energieversorgungsnetz wurde für den Anschluss der Rechentechnik geschaffen, um diese besonders hochwertige Technik mit Hilfe spezieller Filter und Sicherungen vor dem unreinen Strom, wie er gewöhnlich aus den Kraftwerken kommt (man spricht in diesem Zusammenhang auch von Elektosmog) zu schützen. Interessanterweise kam irgend jemand auf die Idee, die entsprechenden Steckdosen dieses Netzes zur besseren Unterscheidung rot sein sollten. (Wir untersuchen noch, ob hier eventuell ein bisher unbekannter Zusammenhang existiert.) Bei unseren Forschungen stiessen wir darauf, dass offenbar die in diesem Energieversorgungsnetz eingebauten Filter als Nebeneffekt auch nur die offenbar so seltenen roten Elektronen passieren lassen.
 (Patent angemeldet)

 Am Rande unserer Untersuchungen über die Farbe des Elektrischen Stromes, hat mich natürlich als Verantwortlicher für die Rechentechnik an unserem LEERstuhl, die Frage interessiert, ob sich aus den verschiedenen Farben des Stromes auch neue Aspekte für die Rechentechnik ergeben. Es ist mir dabei gelungen den Begriff der Kompatibilität zu klären. Bisher wurde immer angenommen, dass die Kompatibilität sich auf die Programme von Computern und die von Ihnen verarbeiteten Daten beziehen würden. Ich konnte zeigen, dass dem nicht so ist. Die Kompatibilität bezieht sich nach den neuen bei meinen Untersuchungen gewonnenen Erkenntnissen auf die Farbe des Stromes. Das heisst, dass ein Rechner dann als kompatibel zu bezeichnen ist, wenn er mit allen Stromarten, gleich welcher Farbe betrieben werden kann.

 Mit höllischem Gruss
 
 Bastard Administrator des Hades
 
 © Copyright by Jan Fischer 1999
 

  


 

Disclaimer:
 Auch wenn Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und Universitäten der Bundesrepublik Deutschland nicht auszuschliessen sind, so hoffe ich doch, dass meine Darstellungen so sind, dass Aussenstehende diese Personen und die Universität nicht erkennen. Sollten diese Personen oder die Universität erkannt werden, so wird jeder gebildete Mensch hoffentlich erkennen, dass dies Darstellung schon so stark übertrieben ist, dass sie mit der Wirklichkeit nur noch sehr wenig gemein hat.

 Selbstverständlich gilt das oben gesagte auch für Firmen und Parteien.