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Geschrieben von: Administrator
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Sonntag, den 03. April 2005 um 00:00 Uhr |
Es war einmal oder das Ende der Maerchen
Rotkaeppchen wird vom boesen Fleischwolf geschnappt und dreht durch.
Den Heinzelmaennchen wird wegen Schwarzarbeit der Prozess gemacht.
Schneeweisschen erliegt dem Treibhauseffekt.
Rosenrot stirbt an Ueberduengung.
Der Rattenfaenger von Hameln verklagt die Stadt wegen Nichteinhaltung des
Vertrages auf Schadenersatz in Millionenhoehe.
Dornroeschen findet beim besten Willen keine Firma mehr, die noch Spindeln
herstellt, und nimmt stattdessen am VHS-Kurs "Kreatives Toepfern" teil.
Der Flaschengeist kommt zum Altglas und wird wiederverwertet.
Den Sieben Geisslein laeuft kein Wolf mehr ueber den Weg; sowas kann in
einer modernen Mastfarm zum Glueck nicht mehr vorkommen.
Die Krankenkasse bezahlt Zwerg Nase eine plastische Gesichtsoperation.
Der Daeumling erhaelt Wachstumshormone und spielt jetzt in seiner Freizeit
in einer Basketball-Mannschaft.
Die kleine Meerjungfrau endet in einer Duennsaeureverklappung.
Schneewittchen wird von einem adretten Notarzt gerettet, der aber leider
schwul ist.
Haensel und Gretel schlagen die nette, alte Frau nieder, als sie die
Plaetzchen aus dem Backofen holen will, und behaupten spaeter, es sei Notwehr
gewesen: Die geile Alte habe sie vernaschen wollen.
Aschenputtel haut von zu Hause ab, wird Putze, heiratet und bekommt zwei
Kinder: Ihren Mann nennt sie liebevoll "ihren Maerchenprinzen" - er schlaegt
sie wirklich nur sehr selten.
Rumpelstilzchen wird kalt von der Rasterfahndung erwischt; bei Kindesentfuehrung
kennt das BKA kein Pardon.
Die Klimaveraenderung erledigt Frau Holle
(im Vertrauen: eigentlich war es eine Leberzirrhose).
Das tapfere Schneiderlein verlaesst der Mut und um nicht auch noch die
Unterstuetzung vom Arbeitsamt zu verlieren, willigt er in eine Umschulung ein.
Beim Fensterputzen bleibt Rapunzel mit ihrem Haar haengen und stuerzt aus dem
fuenften Stock des Hochhauses ab (Dies bestaetigt wiederum die Statistik,
nach der die meisten Unfaelle im Haushalt passieren).
Von dem einen, der auszog, das Fuerchten zu lernen, hoert man noch die Geschichte,
er sei an der naechsten Kreuzung unter einen 40-Tonner geraten, was wirklich
fuerchterlich gewesen sein muss.
Die Bremer Stadtmusikanten wandern, da kein Halter ausfindig gemacht werden kann,
ins Tierheim, wo sie eingeschlaefert werden, weil ihr Gejohle und Geschrei auf
Dauer nicht zu ertragen ist.
Der Hase laeuft vor die Flinte eines Sonntagsjaegers und der Igel kurz darauf
vor dessen Auto: Technisches K.O..
Die Polizei greift das kleine Maedchen auf, als sie gerade Sterntaler auffangen
will, wegen Erregung oeffentlichen Aergernisses in Tateinheit mit
Umweltverschmutzung, und schiebt sie in ein Waisenhaus ab.
Auf Grund der Darstellung aussergewoehnlich brutaler Gewaltszenen indiziert die
Bundespruefstelle die Geschichten der Gebrueder Grimm, welche von jetzt an nur
noch ab 18 in einschlaegigen Geschaeften erhaeltich sein werden.
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